Architektonische Entwurfsskizze mit zwei modernen Häusern auf einer abschüssigen Fläche, umgeben von Bäumen, mit Personen im Außenbereich.

Architektur als sozialer Organismus

Dieses Wohnhaus entsteht aus dem Wunsch, Architektur und Gemeinschaft zusammenzudenken. Die Planung setzt auf klare Formen, nachhaltige Materialien und offene Begegnungsräume, in denen soziales Miteinander selbstverständlich wird. Der Entwurf fördert Rückzug und Austausch gleichermaßen und schafft ein Umfeld, das Menschen im Alter stärkt und verbindet.

  • Beide Häuser sind architektonisch sehr ähnlich und befinden sich parallel versetzt an einem Südhang. In jedem Haus sind 3 Wohnungen untergebracht.

  • Die Gemeinschaftswohnung im oberen und eine Familienwohnung im unteren Haus sind über 2 Stockwerke konzipiert, die anderen 4 sind eingeschoßig und somit barrierefrei.

  • Die Bauweise orientiert sich an den jeweiligen konstruktiven Anforderungen und setzt im oberen Geschoss auf eine Holzbauweise. In den unteren Wohnungen tragen Lehmplatten an den Wänden zu einem ausgeglichenen und angenehmen Raumklima bei. Die nach Süden ausgerichteten Glasfassaden eröffnen hier einen direkten Zugang zur eigenen Terrasse und in den Garten.

  • Jede Wohnung hat einen eigenen, ebenerdigen Eingang.

  • Nach Süden dominieren große Glasfassaden, in den unteren Wohnungen sorgen zusätzlich Oberlichte an den Nordseiten für Tageslicht.

  • Zwischen den Häusern entsteht ein Raum, der allen zur Verfügung steht und sowohl gemeinsames Begegnen als auch kleine Flächen der Privatheit ermöglichen soll. Um die Häuser herum sind zusätzlich private Gartenflächen vorgesehen.

  • Die Wohnungen sind zwischen 85m² und 105m² groß.
    Die Gemeinschaftswohnung umfasst ca. 120 m².
    Die gesamte Grundstücksfläche beträgt 1.290 m².

  • Alle Wohneinheiten haben eigene Kellerbereiche.

  • Die Gebäude setzten auf Langlebigkeit, Effizienz und einfache Pflege. Holz und mineralische Materialien prägen Konstruktion und Atmosphäre. Das Haus ist so gestaltet, dass Energiebedarf reduziert, natürliche Belichtung maximiert und technische Systeme auf das Wesentliche beschränkt bleiben. Nachhaltigkeit wird nicht als Zusatz verstanden, sondern als Grundlage für ein dauerhaft funktionierendes Wohnmodell.

  • Der Entwurf schafft Räume, die soziale Nähe ermöglichen, ohne Privatheit einzuschränken. Eine großzügige Gemeinschaftswohnung mit gemeinsamen Ess- und Wohnbereich, Workshop Flächen, flexible Gästeräume und ein gemeinschaftlich nutzbarer Außenraum bilden das Herz des Projekts. Die Wege zwischen den Wohnungen, die Blickbezüge und die offenen Zonen fördern spontane Begegnungen und unterstützen ein aktives, soziales Leben im Alter.

  • Das Projekt setzt auf eine reduziertere und gemeinschaftlich organisierte Mobilität. Nach Möglichkeit sollte pro Wohneinheit nicht mehr als ein privates Fahrzeug benötigt werden. Darüber hinaus wollen wir Mobilität durch ein Sharing-Konzept aus Elektroautos, E-Bikes und Lastenfahrrädern sinnvoll und ökologisch gestalten. Die hauseigene Photovoltaikanlage dient dabei als Energiequelle, wobei die Elektroautos u. a. als Speicherkapazität fungieren.
    Auf diese Weise und durch die geografische Lage in Grafrath – mit Nähe zur S-Bahn, zum Ammersee und zur Natur – ermöglichen wir ein alltägliches Leben ohne vollständige Autoabhängigkeit.

  • Das Ziel: im Alter möchten wir möglichst lange und selbstbestimmt in den eigenen Wänden Leben können.

    Die Voraussetzungen:
    1) Sämtliche Räumlichkeiten sollen barrierefrei und altersgerecht konzipiert sein.
    2) Es gibt in unmittelbarer Nähe ein Umfeld der Gemeinschaftlichkeit und der Solidarität.

    Beides haben wir in unserer Planung als zentrales Element umgesetzt.

Lage

Das Wohnprojekt entsteht in Grafrath, in unmittelbarer Nähe zum Ammersee. Die Lage verbindet Natur, Ruhe und die Anbindung an München. Das Grundstück öffnet sich zur Landschaft und bietet ideale Voraussetzungen für ein gemeinschaftliches Wohnkonzept, das Naturkontakt, Rückzug und soziale Aktivität verbindet.
Zentral im Ort gelegen, mit fußläufiger Anbindung an S-Bahn, Einkaufsmöglichkeiten sowie Schule und Kindergarten.

Der Entwurf organisiert die Wohnungen um eine zentrale Gemeinschaftszone. Klare Linien, reduzierte Formen und natürliche Materialien prägen den architektonischen Ausdruck. Große Fensterflächen öffnen das Gebäude zur Landschaft, während geschützte Außenräume Intimität bieten. Jede Wohnung ist barrierearm gestaltet und dennoch individuell nutzbar.

Ein architektonischer Plan eines Gebäudes mit Garten, Bäumen, Parkplätzen und Wegen, inklusive Beschriftungen in Deutsch.

Planung

Die Planung erfolgt in Zusammenarbeit mit Sunder Plassmann Architekten, einem Büro, das für klare, reduzierte Architektur mit hohem räumlichen Feingefühl steht und große Erfahrung in der Realisierung gemeinschaftlicher Wohnkonzepte hat. Die Kombination aus gestalterischer Klarheit, nachhaltigem Denken und menschlichem Maßstab macht das Büro zum idealen Partner für ein Wohnprojekt, das soziale Nähe und architektonische Qualität vereint.

Ein Raum mit weißen Wänden, großen Fenstern und einer weißen Deckenleuchte. Es gibt einen kleinen Schreibtisch mit Stuhl, einen Skateboard, einen Ball, einen kleinen Teppich, und einen Raumteiler mit mehreren Flügeln.

Gestaltung

Das Projekt setzt auf eine redu­zierte, langlebige Materialpalette: Holz für Wärme und Raumklima, Glas für Licht und Transparenz. Lehmplatten an den Wänden der unteren Geschosse sorgen für ein wohliges und ausgleichendes Raumklima. Die Innenräume werden schlicht, robust und gut nutzbar gestaltet – mit klaren Linien, natürlichen Oberflächen und einer Atmosphäre, die Ruhe schafft. Gemeinschaftsbereiche sind besonders strapazierfähig ausgeführt und zugleich einladend, sodass sie Begegnung selbstverständlich fördern.

Ein Gartenweg aus Kies, umgeben von bunten Stauden, Gräsern und Bäumen.

Garten

Durch die nach Süden abfallende Hanglage und die beiden in der Höhe versetzten Häuser ergibt sich eine sehr interessante Gartenanlage mit unterschiedlichen Ebenen und verschiedenen Rückzugsräumen.
Wir setzen dabei auf die Kombination von natürlichen Materialien und Elementen wie Natursteine und -mauern, Holz, heimische Pflanzen und Wasser. Die Formen werden rund und fließend gehalten um eine, der freien Natur nachempfundene Atmosphäre zu schaffen.

Die Gartengestaltung erfolgt durch die Freiraumplanung Sedlmeier, Windach.